Aktuelle Ankündigungen des Anglervereins

Aktuelle Ankündigungen und Neuigkeiten

Landesbehörde gibt Anglerverein mehr Zeit für See-Sanierung

Veröffentlicht von Herr Bleich (anglerver) am 15.06.2014
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Enges Zeitfenster für Rettung der Brake

Achim - Von Lisa Duncan. Licht am Ende des Tunnels sieht der Anglerverein Achim in Sachen „Große Brake“: Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) gibt den Sportfischern noch bis Ende 2015 Zeit, um das vom Fischsterben betroffene Gewässer zu sanieren. Solange werden die Fördergelder in Höhe von 261000 Euro vorgehalten.

Damit verfügt der Verein über ein größeres Zeitfenster für das aufwändige Verfahren. Doch die Schlüsselproblematik ist damit noch nicht gelöst: Wohin mit dem Schlamm?

Um den Aufschub hatte sich der Landtagsabgeordnete Dr. Gero Hocker (FDP) für die Achimer Angler eingesetzt. Dass die Sanierung nicht bereits 2014 erledigt sein muss, sei zwar eine positive Nachricht, jedoch kein Grund zum Jubeln, findet Uwe Roll, Vorsitzender des Anglervereins. Denn die Planungen könnten sich noch hinziehen: „Ich höre noch keine Bagger“, sagt Roll. Was fehlt, ist die endgültige Genehmigung vom Landkreis Verden. Erst dann können rund 12000 Kubikmeter Schlamm vom Grund des Sees herausgeholt und getrocknet werden. Anschließend könnte es als Dünger für umliegende Felder dienen.

Seit fast anderthalb Jahren geht in der Tat wenig voran in Sachen Große Brake: Kurz nachdem der Verein Ende 2012 die Zusage des Landes über die Förderung erhalten hatte, gab es Gespräche mit der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis Verden. Dabei habe man klare Absprachen getroffen – auch zur Weiterverwertung des Schlamms. „Aber an diese Einzelheiten konnte sich der Landkreis später nicht mehr erinnern“, so Roll. „Die Genehmigung lässt die Verwertung offen“, sagt Richard Zorn, Leiter der Abteilung Wasser und Abfall. Aus Zeitgründen habe man dies nicht festgelegt – eine übliche Vorgehensweise.

Nun habe sich die Genehmigung verzögert, weil die Landwirtschaftskammer die Analyse des Schlamms kritischer beurteilt hatte als die Genehmigungsbehörde selbst, so Zorn: „Schlamm ist kein Bienenhonig“ – und enthalte neben Nährstoffen auch Schadstoffe.

„Bauern wollen keine

Bagger bei der Ernte“


Die Analyseergebnisse seien nicht das Problem, sagt Uwe Roll vom Anglerverein. Viele Landwirte hätten geäußert, dass sie den getrocknete Schlamm „gerne auf ihre Wiese aufbringen und das Heu ernten“ würden. Die Masse enthalte Pflanzen-, Tier- und Muschelreste und eigne sich gut als Dünger. „Der einzige Grund, dass sich die Landwirte zurückgezogen haben, ist, dass das Zeitfenster zu klein war. Die Bauern wollen keine Bagger bei der Ernte.“

Vor dem 15. April mit dem Baggern anzufangen, verbiete der Naturschutz: Damit kleine Säugetiere oder Gelege keinen Schaden nehmen, müssen die Bagger während der Brut- und Setzzeit ruhen. Auch aus pragmatischen Gründen ist das Zeitfenster begrenzt: „Die Große Brake liegt in einem Überschwemmungsgebiet“, erklärt Richard Zorn. Heißt: Nur im Sommer kann der Schlamm richtig trocknen.

Mit diesen Problemen fühlen sich die Mitglieder des Anglervereins von den Behörden allein gelassen. Auch findet Rolle die Vorgabe, regelmäßig Proben vorzulegen, realitätsfern: „Wir können nicht alle 300 Kubikmeter eine Analyse machen.“ Jede Verzögerung koste Geld. Pech für den Anglerverein, der neben der Eigenarbeit mit 30000 Euro auch monetär beteiligt ist. Dennoch bleibt Uwe Roll zuversichtlich: „Ich hoffe, wir können früher im Jahr anfangen, erhalten ein größeres Zeitfenster und können den Schlamm ortsnah aufbringen.“

Letzteres ist entscheidend, denn den Schlamm woanders hinzubringen, sei bei Transportkosten von rund 5 Euro pro Tonne zu teuer. Die Angler sehen eher eine andere Lösung: „Zur Not würden wir uns von einem Teil der Brake trennen“ – sprich: ein Stück mit Schlamm auffüllen, um den Rest zu retten.

Weitere Entwicklungen könnten sich Ende nächster Woche ergeben: Dann hat der Anglerverein einen Termin beim NLWKN in Lüneburg. Danach wolle man noch einmal mit allen Beteiligten (Landrat Hermann Luttmann, Dr. Gero Hocker, dem Landkreis Verden und dem zuständigen Planungsbüro) reden.

Quellenangabe : Mediengruppe Kreiszeitung / Achimer Kreisblatt  vom 13.06.2014
 

 

Zuletzt geändert am: 15.06.2014 um 19:02

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