Aktuelle Ankündigungen des Anglervereins

Aktuelle Ankündigungen und Neuigkeiten

Nordsee-Schnäpel

Veröffentlicht von Herr Bleich (anglerver) am 09.06.2014
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Liebe Mitglieder, Angler und Leser.

Wir haben eine weitere Art bei uns in der Pachtgemeinschaft, im Unterlauf der Alten Aller in Achim –Baden besetzt.

Es handelt sich um den Nordsee-Schnäpel, einen Wanderfisch, der wie der Lachs zu den Salmoniden gehört, aber leicht mit den Weißfischen verwechselt werden könnte. Die Art besitzt eine auffällige Kopfform die eine nasenartige Form bildet und eben als Salmonide die typische Fettflosse.  Das oberer Bild zeigt einen Schnäpel mit geöffnetem Maul  unten ist es geschlossen.

 

Überarbeitetes Bild, des Lieferanten Tassilo Jäger-Kleinicke, der mir mündlich die Erlaubnis zu dieser Nutzung gab.

Der Nordseeschnäpel, ist ein Wanderfisch der im Normalfall etwa 50 cm erreicht, aber auch größer werden kann. Wie bei vielen Wanderfischarten verbleibt er zunächst einige Zeit im Süßwasser um eine gewisse Größe zu erreichen und wandert dann bis ins Meer. Zur Laichzeit wandert  er dann zurück ins Süßwasser, verbleibt dort aber nicht sehr lange. Die Wanderung wird dann jährlich wiederholt.  Die Art kehrt nicht so zielgerichtet an einem bestimmten Ursprungsort  zurück, sondern sucht sich geeignete Stellen zum Laichen. Gefressen wird vom Kleinkrebs bis zum kleinen Fisch oder Wurm so ziemlich alles was nur leicht genug zu finden ist. Die Fische sind recht schnellwachsend und haben keine so hohen Ansprüche an die Wasserqualität wie Forellen. Da sie aber am Grund der Flussläufe laichen, darf dort kein Sauerstoffmangel bestehen. Möglichweise war es die hohe organische Belastung der Flüsse, verbunden mit Querverbauung, die dieser Art Probleme bereitete.

Diese Art galt schon als erloschen, konnte dann aber doch noch gefunden und erhalten werden. Die Versuche die Art zu stärken, waren ein großer Erfolg und Wiedereinbürgerungsversuche  laufen in vielen Flüssen zurzeit recht erfolgreich. Zurzeit,  gilt aber in Niedersachsen noch ein totales Fangverbot,  ohne Ausnahmen.                    

Darum auch dieser Bericht um Euch aufzuklären.
Film über die Wiedereinbürgerung des Nordseeschnäpels in S.H http://www.youtube.com/watch?v=ujfAB7sN7fs  

 
Herzlichen Dank an alle, die eine Wiedereinbürgerung ermöglichten,  in dem sie viel Zeit für den Erhalt der letzen Nordseeschnäpel aufbrachten. Hier findet Ihr diese erfolgreiche Geschichte  ihres Erhalts.   http://www.jaeger-kleinicke.de/wiedereinbuergerung.html

 Um es gleich vorweg zu nehmen, in den meisten Regionen Deutschlands wird so etwas staatlich, aus Geldmitteln der Fischereiabgabe finanziert. Diese Abgabe kennen wir in Niedersachsen nicht.  Möglichweise brauchen wir sie eben auch zukünftig nicht, wenn wir selbst genug Verantwortung übernehmen, eben auch Arten zu fördern, deren Nutzung uns derzeit verboten ist.                                                               

Sollte es gelingen die Art wieder erfolgreich einzubürgern, wird sie wohl auch in Zukunft einmal wieder freigegeben werden.                                                                                                                                       

Derzeit werden im Wesergebiet wohl an drei Stellen Nordsee-Schnäpel besetzt, in der Wümme, Delme und eben bei uns.                                                                                                                                        

Es befinden sich nun seit fast 100 Jahren erstmalig solche Fische im Flussgebiet, die nun nach Möglichkeiten  der Vermehrung suchen. Schon eine Erfolgreiche Ansiedlung würde aber den Grundstock für weitere mögliche Ausbreitung legen.

Diese Art war früher in der Weser etwa bis Hameln  heimisch und wurde so wie auch der Lachs und Stör auch in Achim gefangen. Schon lange vor dem Bau des Weserwehres 1908, wurden diese Arten massiv versucht durch Vermehrung und Besatz zu erhalten.

Ich schreibe mal ganz ehrlich, dass ich nicht glaube, dass es bei uns gleich ein Erfolg wird. Die Wasserqualität ist zwar besser geworden, aber es bleibt das Weserwehr als Aufstiegshindernis. Auch wenn dort nun ein neuer zweiter Fischpass gebaut wurde, muss seine Funktion angezweifelt werden bis Sie sich als ausreichend beweist.


Dieser Schnäpelbesatz, ist also auch so etwas wie eine Funktionsprüfung, für die von der E.U verlangte Durchgängigkeit der Fließgewässer.

In Bremen wurde halt viel Geld investiert, nun sind Wir am Zug, auszuloten ob es auch wirklich Verbesserung brachte.

Für die die es nicht wissen, der Anteil von Wanderfischen beim Fischbesatz der  Pachtgemeinschaft ist sehr hoch. Neben Wanderfischen wie  Aale, Forelle, Lachs und Schnäpel  ist der Anteil von reinen  Angelfischen  wie Karpfen finanziell gering.  Die amerikanische Regenbogenforelle wird umgekehrt  gar nicht besetzt.

Bernd Stöver
 1.Gewässerwart  A.V Achim
Pachtgemeinschaft Weser 4

Zuletzt geändert am: 09.06.2014 um 18:28

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