Aktuelle Ankündigungen des Anglervereins

Aktuelle Ankündigungen und Neuigkeiten

Tolles Naturprojekt bedroht

Veröffentlicht von Herr Bleich (anglerver) am 21.05.2014
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Achimer Anglerchef: Wir holen keinen toten Fisch mehr aus der Großen Brake


Bierden - Es war so ein schönes Projekt: Die verschlammte Große Brake in Bierden, ein Altarm der Weser, in dem der Achimer Anglerverein wiederholt Massensterben von Fischen beklagt hatte, sollte ausgebaggert werden, damit die Fische wieder Sauerstoff bekommen. Das Land will überwiegend das Projekt für 300 000 Euro finanzieren. Doch nun droht, alles in die Brüche zu gehen.

Mit 261 000 Euro des Landes, 30 000 Euro des Anglervereins und viel Eigenarbeit des Vereins sollte das Naturprojekt bis Ende dieses Jahres in Angriff genommen werden. Der ausgebaggerte Schlamm sollte auf umliegende Felder und Wiesen ausgebracht werden, doch dann verweigerte die Naturschutzbehörde des Kreises aus ökologischen Gründen die Ausbringung auf Grünflächen in dem Überschwemmungsgebiet. Eine Entsorgung des Schlamms in dünnen Schichten auf Äckern ließ sie zu, doch da hatten die Bauern die Ernte bereits bestellt und verweigerten das wegen des drohenden Einnahmeausfalls.

Das ist nicht ganz neu. Neu ist, dass nun der Vorsitzende des Anglervereins Uwe Roll erfuhr, dass sein Verein nach dem Willen der Landwirtschaftskammer für jeweils 500 Kubikmeter der 12 000 Kubikmeter Schlamm, also 24mal, eine Bodenanalyse vorlegen solle, obwohl das Limnologische Institut Nowak in Ottersberg bereits die Unbedenklichkeit des Schlamms festgestellt hatte. Abgesehen von den Kosten würde das auch den ganzen Zeitplan gefährden. Wenn die Maßnahme nicht bis Jahresende abgeschlossen ist, zahlt das Land gar nichts.

Der Achimer Landtagsabgeordnete Dr. Gero Hocker, der maßgeblich den dicken Landeszuschuss erreicht hatte, hört hier das Wiehern des Amtsschimmels.

Richard Zorn, stellvertretender Abteilungsleiter des Kreises für Wasserwirtschaft, unterstreicht dagegen, dass der Kreis als Genehmigungsbehörde dem Anglerverein entgegenkommen wolle und wisse, dass er keine teuren Entsorgungen finanzieren könne. Alles müsse aber auch für die Umwelt verträglich sein. Zorn meint, dass alle Stellen, der Anglerverein, Landwirtschaftskammer und die Genehmigungsbehörde mehr miteinander reden müssten und sich jetzt schnell zusammensetzen sollten. Ob es noch zu einer Verständigung kommt, ist fraglich. Vereinschef Uwe Roll kündigt an, notfalls werde nur ein Teil der Großen Brake ausgebaggert und das andere Viertel ebenso wie Uferbereiche mit Schlamm zugeschüttet. Das sei zwar nicht unbedingt sinnvoll, aber möglich. „Wenn dann dennoch wieder ein großes Fischesterben einsetzt, dann holt der Anglerverein keinen einzigen Fisch raus. Das sollen dann die verantwortlichen Vertreter der Behörden machen“, empört sich der Chef der Angler. · mb

Quellenangabe : Mediengruppe Kreiszeitung / Achimer Kreisblatt  21.5.2014

 

Zuletzt geändert am: 21.05.2014 um 09:32

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